Top 10 Tipps für das Vorstellungsgespräch

Im Internet kann man tonnenweise Ratschläge lesen, wie das ideale Vorstellungsgespräch ablaufen soll, wie man sich am besten vorbereitet, was man anziehen sollte. Wir wollten die Grundlagen wie passende Kleidung, Lächeln oder freundliches, aber professionelles Verhalten elegant ignorieren und Euch sofort auf Masterclass-Level ansprechen. Hier könnt Ihr kleine, aber feine Tipps lesen, wie Ihr Euer Vorstellungsgespräch auf hohem Niveau meistern könnt. Los geht’s!

1. Sei pünktlich

Pünktlichkeit bei einem Vorstellungsgespräch ist das A und O in den meisten Ländern, in Deutschland ganz besonders. Damit zeigst du nicht nur Respekt, sondern auch Interesse an der gewünschten Position. Du solltest deine Hinfahrt so planen, dass du 15 Minuten früher da bist. Wer weiß, das Büro ist vielleicht in einem riesengroßen Gebäude, mit vielen Firmen. Vielleicht muss man sich an der Rezeption anmelden und es könnte lang dauern. Wenn du genug Zeit (wie gesagt, 15 Minuten) vor dem Termin hast, kannst du noch einmal kurz durchatmen, relaxen und das ganze Vorstellungsgespräch noch einmal in deinem Kopf durchgehen.

2. Dein Lebenslauf

„Erzählen Sie noch einmal über Ihren letzten Job. Wann haben Sie da angefangen?“ Wenn du Probleme hast, die ganzen Daten und Fakten aus deinem Lebenslauf in Erinnerung zu rufen, wirft es kein gutes Licht auf dich. Als Personalchef hätte ich den Eindruck, dass du für das Vorstellungsgespräch nicht wirklich vorbereitet bist. Daher unser Tipp: Lerne deinen Lebenslauf, d.h. alle Daten, Positionen und Arbeitgeber auswendig.

3. Ein Glas Wasser

Es scheint nicht so wichtig zu sein, ob du etwas zu trinken bekommen möchtest, oder? Es ist wirklich eine Kleinigkeit, aber du kannst einen schlechten Eindruck machen, wenn du auf die Frage „Kann ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“ mit einem „Nein, danke“ antwortest. Das signalisiert, dass du nicht besonders offen oder vielleicht nervös bist. Keines von den beiden macht dich am Anfang sympathisch. Also, antworte auf die Frage einfach: „Ja, gerne, ein Glas Wasser wäre nett, danke schön!“

4. Körpersprache

Nutze bewusst deine Körpersprache. Unsere Tipps: Einfach locker sitzen, beide Hände auf dem Tisch, offene Körperhaltung den Gesprächspartnern gegenüber. Lockerer Blickkontakt mit allen Anwesenden. Ein alter, gut bewährter Trick nennt sich „Mirroring“ (kommt aus dem Sales-Bereich): Spiegele die Körperhaltung deines Gesprächspartners wider. Wenn er oder sie nach vorne bückt, tue dasselbe. Wenn der andere lacht, lachst du auch. Wenn er oder sie sich zurücklehnt: du machst es auch. Natürlich machst du das nicht affektiert, also bitte nicht übertreiben!

5. Fünf Fragen

Warum nicht drei? Zum Beispiel, du denkst dir drei gute Fragen aus, z. B. „Wie groß ist das Team?“, „“Gibt es die Möglichkeit bei Ihnen, Dienstreisen zu machen?“ und „Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es bei Ihnen?“. Soweit alles gut. Dann, wenn der Personalleiter über die Firma erzählt, sagt er Folgendes: „Wissen Sie, wenn Sie bei uns arbeiten, werden Sie wahrscheinlich einmal pro Monat ins Ausland zu Meetings fahren. Das Team, wo Sie möglicherweise arbeiten werden, besteht aus 15 Personen und da das Team international ist, benutzen wir meistens Englisch. Wir bieten unseren Mitarbeitern viele Kurse an, wie z. B. Soft-Skills-Trainings, Sprachkurse und Excel-Kurse. Haben Sie weitere Fragen?“ Du siehst, alle deine Fragen wurden beantwortet und dir fällt im Moment nichts ein. Keine Fragen zu stellen: ein großer Minuspunkt, weil es Desinteresse signalisiert. Also, am besten 5 Fragen vorbereiten, weil die Chance, dass alle 5 Fragen im Vorfeld beantwortet werden, ist recht gering.

6. Die magische 3

Man kennt die magische Zahl „3“ aus Märchen: Der dreiköpfige Drache, die drei Prinzessinnen, man hat immer drei Wünsche frei. Die drei Weisen aus dem Morgenland bei Geburt Jesu, die Dreifaltigkeit und drei Tage bis zur Auferstehung. Dreimal auf Holz klopfen, die drei Zacken im Mercedes-Stern und die drei Zeiten: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. Die ersten drei Plätze in einem Sport- oder anderen Wettbewerb, die drei Affen, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen, und in den letzten drei Sätzen habe ich jeweils drei Sachen aufgezählt: ist es dir aufgefallen? Alter Trick in der Literatur: Benutze die Zahl drei. Aber warum ist es so wichtig in einem Vorstellungsgespräch? Wenn man auf die Frage: „Was sind Ihre Stärken?“ mit drei Elementen antwortet, hat der Personaler unbewusst das Gefühl, es ist abgerundet, es ist ganz, es ist vollständig (wieder drei Sachen). Eine mögliche Antwort könnte sein: „Ich halte mich für eine sehr zuverlässige Person, weil ich denke, dass man einem Buchhalter völlig vertrauen sollte. Außerdem arbeite ich immer präzise: bei diesem Job ist es das A und O, denke ich. Und letztens würde ich mich als einen Teamplayer bezeichnen: Wir müssen miteinander gut kommunizieren können, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen.“ Das ist keine perfekte, aber eine mögliche Antwort. Also bitte immer daran denken: Wenn ich drei Sachen erwähne, löst es bei meinem Gesprächspartner ein beruhigendes Gefühl aus.

7. Die Firma

Du kannst die Frage bekommen: „Und was wissen Sie über unser Unternehmen?“ Wenn du anfängst zu stottern oder nichtssagende Fakten aufzählst wie „Sie sind ein Marktführer mit 65.000 Mitarbeitern weltweit“ usw., ist es nicht genug und einfach langweilig. Wenn du aber im Vorfeld im Internet recherchierst und interessante Fakten über die Firma erfährst wie z. B. welche Benefit-Programme die Firma hat, welche Bereiche oder Abteilungen es gibt, ob die Firma an Wohltätigkeitsaktionen teilnimmt oder Sponsoring betreibt etc. Unser Tipp: Außer harten Fakten sammle auch interessante Informationen über die Firma und bring sie zur Sprache.

8. Stressfragen

„Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ „Was sind Ihre Schwächen?“ „Da draußen sitzen noch 5 Kandidaten, die mindestens so gut qualifiziert sind wie Sie. Warum sollten wir ausgerechnet Sie einstellen?“ Jeder Bewerber hat Angst vor solchen Fragen. Warum stellt man sie? Wir verraten Euch: Den Personaler interessiert es recht wenig, wo du dich in 5 Jahren siehst oder was deine Schwächen sind. Der Personaler will eins wissen: Wie reagierst du auf Stressfragen, d.h. in einer Stress-Situation? Unser Tipp: locker bleiben, passende Antworten vorbereiten und den „Angriff“ nicht persönlich nehmen. Mögliche Antworten auf die Fragen oben: „Schwer zu sagen. Wenn alles gut läuft, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ich bei Ihnen arbeite, in 5 Jahren in einer höheren Position mit mehr Verantwortung.“ „Wenn ich eine Schwäche nennen soll, wäre es vielleicht, dass ich früher in der Arbeit vieles persönlich genommen habe. Jetzt ist es viel besser geworden, da ich regelmäßig daran arbeite.“ „Ich weiß es nicht, wie die anderen Kandidaten sind, ich weiß nur eins: Ich würde sehr gerne die Gelegenheit bei Ihnen bekommen, meine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

9. Individualität

Gib individuelle Antworten auf Standardfragen. Wir haben darüber schon vorhin kurz geschrieben: Auf die Frage „Was sind Ihre Schwächen?“ bitte nicht „Ich bin ein Perfektionist und will alles perfekt machen“ antworten. Das sagen alle und die Personaler finden es fantasielos und langweilig. Außerdem hat man das Gefühl, du hast dir bei der Vorbereitung nicht viel Mühe gegeben. Auf die Frage „Warum wollen Sie bei uns arbeiten?“ bitte nicht „Ich glaube, meine Fähigkeiten passen sehr gut zur Stelle“, sondern „Ich glaube, wir können voneinander sehr viel profitieren. Da Ihre Firma (…) anbietet sowie (…) sucht und ich (…) anbiete und (…) suche: Ich glaube, wir passen sehr gut zusammen.“

10. Nachbereitung

Richtig gelesen, es geht nicht um VORbereitung, sondern um NACHbereitung. Wie machst du das? Nach dem Vorstellungsgespräch (aber noch vor Deinem verdienten Bier) gehst du nach Hause, wo du deine Ruhe hast und analysierst das Gespräch. Es ist wichtig, es direkt danach zu tun: es ist alles noch ganz frisch in deiner Erinnerung. Also, du machst eine kurze Liste, was gut und was nicht so gut gelaufen ist (z. B. positiv: Körperkontakt, schwere Fragen meistern, Small Talk und berufliche Fragen; negativ: ich war nervös, die eigenen Fragen waren zu allgemein und die Firmeninformationen nicht gut vorbereitet). Dann machst du kurz Notizen wie z. B. netter Personalchef, moderne Büros überall, Geld stimmt nicht ganz Wenn du das so machst, wirst du dich nach dem zehnten Vorstellungsgespräch an die wichtigsten Infos von jedem Gespräch erinnern und es macht deine Entscheidung später leichter.

Wir hoffen, wir konnten Euch ein paar nützliche Tipps mit auf den Weg geben. Hier: TOP 10 Tipps: Vorstellungsgespräch findet Ihr eine kurze Zusammenfassung. Wir wünschen Euch viel Erfolg beim nächsten Vorstellungsgespräch und bis zum nächsten Mal!

Euer Deutsch Kommunikativ Team